Export: Die Zahlungsbedingungen

Hatto Brenner Exportmanager Fachexperte für Osteuropa

Mit der Wahl der Zahlungsbedingung entscheiden Sie über die Sicherheit des Zahlungseingangs. Außerdem stellen sie neben den Lieferbedingungen ein wichtiges Kalkulationselement für den Preis der Exportware dar.

Zu den gebräuchlichsten Zahlungsbedingungen zählen:


• die Vorauszahlung/Anzahlung,

• die Zahlung auf Akkreditivbasis,

• Kasse gegen Dokumente bzw. gegen Akzept,

• Zahlung gegen Rechnung und

• das offene Zahlungsziel.


Hatto Brenner

Präsident der Europäischen Union Mittelständischer Unternehmen (EUMU)


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Bei der Vereinbarung von Zahlungsbedingungen in Kaufverträgen verfolgen Verkäufer und Käufer unterschiedliche Interessen. Der Exporteur wird vorrangig versuchen, die Zahlung möglichst zu einem frühen Zeitpunkt zu erhalten, um damit seine Produktion teilweise bzw. im vollen Umfang finanzieren zu können und natürlich ein Zahlungsrisiko zu vermeiden bzw. zu minimieren. Der Importeur hingegen ist daran interessiert, möglichst zu einem späten Zeitpunkt - im Idealfall erst nach Erhalt der Ware - zu zahlen, um damit seine Finanzierungskosten zu minimieren und das Liefer- und Qualitätsrisiko auszuschließen bzw. zu minimieren.

 

a) Zahlung auf Akkreditivbasis (Letter of Credit; L/C)

Bei dieser Zahlungsbedingung beauftragt der Importeur eine Bank (in der Regel seine Hausbank), ein Dokumentenakkreditiv zu Gunsten des Exporteurs zu eröffnen.

Ein Dokumenten-Akkreditiv ist das abstrakte und bedingte Versprechen einer Bank, im Auftrage des Importeurs (Auftraggeber) gegen Vorlage von genau definierten Dokumenten, welche die bestellte Ware verkörpern (so genannte Traditionspapiere) oder die die Übernahme bzw. den Versand der Ware belegen, dem Exporteur (Begünstigten) den festgelegten Warengegenwert zu zahlen (siehe Checkliste).


b) Dokumenteninkasso

Beim Dokumenteninkasso wird zwischen den Formen Dokumente gegen Zahlung und Dokumente gegen Akzept (eines Wechsels) unterschieden.


Mit der Dokumentenaufnahme durch den Importeur wird entweder die sofortige Zahlung fällig (»Kasse gegen Dokumente/cash against documents«) oder sie hat die Akzeptierung einer seitens des Exporteurs beigefügten Tratte zur Folge (»Dokumente gegen Akzept/cash against acceptance«). In beiden Fällen bietet der Exporteur dem Importeur eine Art Zug-um-Zug-Geschäft an. Er erteilt über seine Hausbank der Bank des Importeurs mit dem Inkasso-Auftrag die Aufgabe, die Dokumente - die dem Importeur die Verfügungsgewalt über die Ware verschaffen - nur gegen Zahlung des Kaufpreises oder Akzept eines Wechsels auszuhändigen. Im Gegensatz zum Akkreditiv besteht für die Bank des Importeurs dabei kein Zahlungsversprechen.


Die wichtigsten Zahlungsbedingungen im Exportgeschäft

Übersicht

Vereinbarte
Zahlungsbedingungen


Sicherungswert



verbleibende Risiken
für Exporteur und
Importeur

Finanzierungsmöglichkeiten



Vorauszahlungen in
voller Höhe oder in
Höhe eines Teilbetrages


daher meist:

Expoteur: voll gesichert

Importeur: volles Risiko

Absicherungsmöglichkeit

Delkredere-Versicherung


Expoteur: kein Risiko

Importeur: volles Risiko




entfällt, da die Vorauszahlung

Finanzierungshilfe ist




Vorauszahlung gegen
Bank-Garantie für die

Rückzahlung bei Nicht-

erfüllung des Vertrages

beide Partner sind gesichert,

wenn sie ihre vertraglichen

Verpflichtungen erfüllen


Risiken sind ausgewogen;

Exporteur hat den Vorteil

einer nahezu kostenlosen

Finanzierung

dto.




Zahlung nach erhalt

der Ware



keinen;

Abhilfe: Delkredere-

Versicherung

(Hermes-Versicherung)

Expoteur: volles Risiko

Importeur: kein Risiko



Kontokorrent-Kredit gegen

Abtretung Auslands-

forderungen


Lieferung auf offene

Rechnung

dto.


dto.


dto.


Zahlung durch Hergabe

von Akzepten durch den

Importeur oder von

Kundenpapieren

(Beachte! Devisengesetze)

dto.





dto.





Diskontierung im Rahmen

bestehender Kredit-Faszilitäten




Dokumente gegen

Sicht-Zahlung




Exporteur: übergibt Dokumente

und ggf. Ware gegen Zahlung

Importeur: bekommt Dokumente

und, soweit Speditionspapiere,

Ware nur gegen Zahlung

Exporteur: Risiko dass

Dokumentenaufnahme

abgelehnt wird

Importeur: Qualitäts-

und Quantitätsrisiko

Exporteur: Bevorschussung

der Dokumente

Importeur: normaler Bank

Kredit


Dokumente gegen

Akzeptanz






Exporteur: zusätzliches Risiko

für die Einlösung des Akzeptes

bei Fälligkeit

Abhilfe: Bank-Aval, guter Bürge

Importeur: erhält Dokumente

und ggf. Ware bereits gegen

sein Akzept

wie vorstehend,

zusätzliches Exporteur-

Risiko für Bezahlung des

Wechsels bei Fälligkeit




Exporteur: Diskontierung

Akzepte, sofern diskontfähig

langfristig: AKA, KfW

Importeur: Finanzierung ergibt

sich aus der Wechsel-Laufzeit



Dokumenten-Akkreditiv

(evtl. bestätigt)





Exporteur: voll gesichert, wenn

Akkreditiv-Bedingungen voll

erfüllt werden

Importeur: Zahlung erfolgt nur

gegen Dokumente, normalerweise

Versand-Dokumente

Exporteur: bei Akkreditiven

erster Banken kein Risiko

(insbesondere bei Bestätig.)

Importeur: Qualitäts- und

Quantitätsrisiko


Exporteur: Akkreditiv-Übertragung,

unwiderrufliche Zahlungsaufträge

Importeur: normale Bank-Kredite






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Herzlichen Gruß

Eugen Murdasow

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